Berufsunfähigkeitsversicherung – Solo-Vertrag versus Kombi-Modell

Aus gegebenem Anlass und als schriftliche Unterstreichung meiner  Beratungsgespräche möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, welcher Weg zur Absicherung des BU-Risikos durch die private Versicherungswirtschaft welche Vor- bzw. Nachteile mit sich bringt. Vorab: Eine vorherrschende Lehrmeinung oder den richtigen Weg gibt es genauso wenig wie es den Standard-Zahnarzt / die Standard-Zahnärztin gibt.

Üblicherweise befassen sich meine Mandanten mit dem Thema der Risikoabsicherung kurz nach dem Examen. Zu diesem Zeitpunkt betritt ein Großteil der jungen Zahnmediziner erstmals eigenverantwortlich die Welt der Versicherungen und ist nicht selten überwältigt ob der Informationsfülle. Das Internet gibt seine Informationen selten ohne Anbieterfärbung preis. Zudem sind die Quellen die Ihren Fokus speziell auf die Berufsgruppe der Zahnmediziner richten eher spärlich gesät. Die beiden grundsätzlichen Gestaltungsmodelle unterscheiden sich in dem Versicherungsumfang.

Die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Sie üblicherweise während Ihrer Erwerbsphase, aktuell längstens bis zum 67. Lebensjahr. Diese Vertragsform ist eine Risikoversicherung, die Ihnen ausschließlich im Versicherungsfall Zahlungen in Form einer monatlichen Rente gewährt. Bleiben Sie während der Vertragsdauer erfreulicherweise gesund und läuft der Vertrag leistungsfrei ab, dürfen Sie, sofern Sie bei Antragstellung die liquiditätsschonendste Gewinnverwendungsform „Sofortrabatt“ gewählt haben, mit keiner Auszahlung, wie man es beispielsweise von kapitalbildenden Verträgen kennt, rechnen.

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Und genau in diesem Punkt liegt der grundsätzliche Unterschied zu dem zweiten Gestaltungsmodell, für das es wiederum mehrere Varianten gibt, auf die ich später eingehen werde. Dieses Modell verschmilzt zwei Bausteine miteinander. Der Berufsunfähigkeitsbaustein (BU-Zusatz) bleibt in der bereits beschriebenen Funktionsweise bestehen. Daneben speisen zusätzliche Beitragsteile einen Sparbaustein. Im Leistungsfall erhält der Versicherte die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Berufsunfähigkeitsrente. Durch die sogenannte Beitragsbefreiungsoption übernimmt der Versicherer zudem die Weiterfinanzierung des Sparbausteins. Der Kunde erhält also auch im BU-Fall eine Ablaufleistung. Einige Marktteilnehmer verkaufen diesen Punkt als Geld-zurück-Effekt. Das ist natürlich unsinnig, denn der Kunde wendet mehr Mittel auf, als bei der reinen Risikoversicherung.

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Der wesentliche Grund für die Attraktivität dieses Modells ist allerdings eine weitere Option, die gegen einen kleinen Zusatzbeitrag beantragt werden kann. Bei Vereinbarung der dynamischen Beitragsbefreiung erhöht der Versicherer im BU-Fall die Zahlung zum Sparbaustein um jährlich bis zu 10 Prozent und begegnet so dem Risiko des Versicherten, in jungen Jahren durch den dauerhaften Verlust der Arbeitskraft an der adäquaten Bildung eines Kapitalstocks für die Zeit nach dem Leistungsende der Risiko-Komponente gehindert zu werden und mindert im Worst-Case das Risiko der Altersarmut ab. Im BU-Fall ist davon auszugehen, dass Sie als versicherter Zahnmediziner weit weniger leistungsfähig sind, was sich negativ auf Ihre Umsatz- bzw. Gewinnsituation und damit auch auf die Beiträge, die an Ihr Versorgungswerk fließen, auswirken dürfte. Diesen Mehrwert leistet kein Tagesgeldkonto oder Fonds!

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Vorteile der Solo-BU

Unbestritten ist die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung das einfachere Produkt. Grundsätzlich ist auch der Liquiditätsaufwand geringer als bei einem Kombimodell. Ein drittes Pro ist die Entkopplung des Risikos vom Sparvorgang, welcher an einen anderen Versicherer „B“ vergeben werden kann, der evtl. ein besser zu dem Mandanten passendes Sparkonzept bietet als der erstklassige BU-Tarif des Versicherers „A“.

Nachteile der Solo-BU

Wie schon geschildert liegt der wesentliche Nachteil in der Fokussierung auf die Erwerbsphase des Zahnarztes. Die Zeit nach Ablauf des Risikoschutzes bleibt unberücksichtigt. Ein weiterer Nachteil liegt in der teilweise eingeschränkten Flexibilität. Besonders für Berufseinsteiger ist es wichtig, den Vertrag zukunftsfähig zu gestalten. Die Beitragsdynamik erhöht jährlich Beitrag und Leistungen in bestimmten Prozentsätzen ohne neue Gesundheitsprüfung auf freiwilliger Basis. Einige BU-Tarife begrenzen die prozentuale Steigerungsmöglichkeit auf 3 bzw. 5 Prozent im Jahr. Verfolgt man das Ziel den Kombinationsansatz auf zwei verschiedene Verträge und vielleicht auch Versicherer zu verteilen – man beantragt hierbei zunächst die Solo-BU und später einen Rententarif mit dynamischer Beitragsbefreiung – muss man sich zweimal den Risikofragen der Versicherer stellen und läuft besonders bei einer zeitversetzten Beantragung der zweiten Komponente Gefahr, aufgrund von gesundheitlichen nachteiligen Veränderungen zu schlechteren Konditionen versichert oder gar abgelehnt zu werden.

Vorteile des Kombimodells

Mit Hilfe dieses Ansatzes sichern Sie sowohl das BU-Risiko in der Erwerbsphase als auch die die Folgen eines schwerwiegenden BU-Falls in einem frühen Vertragsstadium ab. Zudem belohnen einige Versicherer kurz nach dem Examen eingerichtete Verträge mit der Vergabe einer besseren Berufsgruppe. Dieser Jungakademikerbonus reduziert die Kosten des Risikotarifs über die gesamte Vertragslaufzeit. Für Zahnmediziner in der Vorbereitungszeit eignet sich auch die Nutzung einer weiteren Gestaltungsoption, die hauptsächlich dem Kombimodell vorbehalten ist. Einige Gesellschaften stellen die Nutzung verminderter Anfangsbeiträge in den ersten ein bis fünf Vertragsjahren zur Wahl. So kann ein z. B. monatlich 100 Euro teures Kombimodell bis auf 30% reduziert werden. Damit schwindet der Liquiditätsvorteil der Solo-BU. Die „fehlenden“ Beiträge werden im Optimalfall gegen die Ablaufleistung gerechnet. Einige Tarife verlangen aber auch einen höheren Folgebeitrag. In diesem, weniger geeigneten, Fall zahlt der Kunde in der Regel spürbar höhere Beiträge. Ein zusätzlicher Vorteil ist das Angebot von Dynamikversprechen von bis zu 10 Prozent pro Jahr!

Nachteile des Kombimodells

In seinen vielen Gestaltungsformen ist das Kombimodell deutlich komplexer und erklärungsbedürftiger als die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Mandant muss sich damit auseinandersetzen wie der Vertrag (speziell der Sparbaustein) in puncto Sicherheit, Ertrag und steuerlicher Handhabe gestaltet werden soll. Nach dem gegebenenfalls vereinbarten Beitragssprung bindet die Vertragsform mehr Liquidität als die Solo-Variante. Letztlich bietet nicht jeder Versicherer alle Sparvarianten an, was gegebenenfalls für eine Entkopplung von Risiko und Sparbaustein sprechen könnte. Die Dynamikerhöhungen wirken sich übrigens auf den Gesamtbeitrag aus. Aufgrund des steigenden Alters des Kunden kommt beim BU-Baustein allerdings nur ein Teil der prozentualen Erhöhung an. Es empfiehlt sich hier die exakten Dynamikverläufe im Angebot zu prüfen.

Abstrakte und konkrete Verweisbarkeit

 Der Versicherte kann je nach Definition der Berufsunfähigkeit auf eine andere berufliche Tätigkeit verwiesen werden. Bedingungsgemäß besteht diese Möglichkeit mit Hilfe der abstrakten und konkreten Verweisung. Eine Verweisung hat für den Versicherte zur Folgen, dass er keinen Anspruch auf BU-Leistungen hat. Ein Anspruch auf Berufsunfähigkeitsleistung besteht ohne Verweisungsverzicht nur, wenn der Versicherte außerstande ist, „seinen Beruf … oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeübt werden kann und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht.“ Die Bedingung „bisherige Lebensstellung“ verhindert, dass der Versicherte auf eine Tätigkeit verwiesen werden kann, die einen erheblichen sozialen Abstieg oder ein deutlich geringeres Einkommen – gute Bedingungswerke definieren hier konkrete Grenzen – mit sich bringt. Die Verweisung kann abstrakt auf ein zwar existierendes, aber nicht konkret vorhandenes Berufsbild erfolgen. Ein konkreter Arbeitsplatz für die Versicherten muss im Verweisungsberuf nicht vorhanden sein. Viele Gesellschaften, in jedem Fall alle von mir empfohlenen Tarife, verzichten in ihrem Bedingungswerk auf das Recht der abstrakten Verweisung. Ein Anspruch auf Berufsunfähigkeitsleistung besteht mit abstraktem Verweisungsverzicht, wenn der Versicherte außerstande ist, „seinen Beruf auszuüben und auch keine andere Tätigkeit ausübt“, die nach seinen „Kenntnissen und Fähigkeiten ausgeübt werden kann“. Sobald der Versicherte konkret eine Tätigkeit ausübt, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht, kann der Versicherer auf diese Tätigkeit verweisen und die Zahlung der BU-Leistungen einstellen. Aktuell ist mir nur ein Bedingungswerk bekannt, welches (auch) auf die konkrete Verweisbarkeit verzichtet. Aus meiner Sicht ist dieses Alleinstellungsmerkmal jedoch nicht überzubewerten. Denn wenn die Regelungen der konkreten Verweisbarkeit erfüllt sind, haben Sie sich selbst wieder auf die Füße gestellt und sind auf Versicherungsleistungen nicht mehr angewiesen.

Besondere Tarifmerkmale

Laut dem aktuellen Morgen und Morgen-Vergleich erfüllen für 25jährige Zahnmediziner ca. 25 Tarife die 5-Sterne-Höchstwertung. Dennoch gibt es feine Unterschiede.

Infektionsklausel für Zahnmediziner

Infektionsklausel: Bei Zahnmedizinern besteht im Rahmen ihrer medizinischen Tätigkeit die Gefahr eines beruflichen Tätigkeitsverbots aufgrund einer Infektionskrankheit gemäß § 31 IfSG (Infektionsschutzgesetz). Ist also ein Zahnarzt beispielsweise mit Hepatitis oder einer anderen ansteckenden Krankheit infiziert, kann die zuständige Behörde ein Berufsverbot erteilen.

Aus diesem Grund bieten einige Gesellschaften eine sogenannte „Infektionsklausel“ an. Diese regelt, dass ein wegen einer Infektionskrankheit erteiltes Berufsverbot als Berufsunfähigkeit im Sinne der Bedingungen anerkannt wird. Das Berufsverbot muss mindestens für den Zeitraum bestehen, der bedingungsseitig als Prognosezeitraum geregelt ist. Die Infektionsklausel kann je nach Gesellschaft unterschiedlich ausgestaltet sein. Derzeit verfügen etwa 15 Gesellschaften diese Klausel oder Bedingungszusatz.

Ausbaugarantie

Neben der dynamischen Anpassungsmöglichkeit und neben den anlassbezogenen Nachversicherungsgarantien arbeiten einige Versicherer mit anlassunabhängigen Ausbauzusagen in den ersten Vertragsjahren. Im Optimalfall bietet der Tarif stufenlose Rentensteigerungen bis auf maximal 2.500 Euro BU-Monatsrente an.

Verzicht auf §163

Nach § 163 VVG hat der Versicherer das Recht, auch für bestehende Verträge nach Überprüfung durch einen unabhängigen Treuhänder den Beitrag anzupassen, wenn sich eine – nicht nur vorübergehende – Veränderung des Leistungsbedarfs gegenüber der ursprünglichen Kalkulation ergibt. Die Prämienanpassung darf nur durch Eintritt ungewisser Risiken, nicht jedoch durch Fehlkalkulationen notwendig werden. Bei Verzicht auf § 163 VVG ist sichergestellt, dass die Bruttobeiträge bei der Solo-BU über die gesamte Vertragslaufzeit konstant bleiben.

Unbeschränkte Dynamikablehnungen

Die Beitragsdynamik als freiwilliges Wachstumsinstrument ohne erneute Gesundheitsprüfung sollte jeder BU-Vertrag enthalten. Sie können die jährlichen Dynamikangebote ablehnen. Zu beachten ist dabei, dass in der Regel bei drei Ablehnungen hintereinander das Dynamikrecht verwirkt ist. Dieser Umstand sollte tunlichst vermieden werden. Nur ein mir bekannter Versicherer verzichtet auf die beschriebene Dreijahresregelung!

Vorvertraglicher Versicherungsschutz

Sobald der Antrag BU-Antrag beim Versicherer eingeht, genießen Sie vorvertraglichen Versicherungsschutz. Dieser ist im Umfang begrenzt, entspricht aber regelmäßig den für Berufsstarter üblichen BU-Monatsrenten. Mit Hilfe dieser Regelung können Sie bei einigen Anbietern bis zu drei Monate beitragsfrei versichern!

Stellenvorbehalt

Sie sind noch auf der Suche nach der ersten Stelle oder schreiben noch an Ihrer Promotion? Vielleicht steht auch erst einmal ein längerer Urlaub an?! Mit Hilfe des Stellenvorbehaltes sichern Sie sich bis zu 12 Monate vorläufigen Versicherungsschutz! Sobald Sie Ihre Stelle antreten wird der entsprechende Tarif beitragspflichtig.

Kapitalanlage im Kombimodell

Wählt der Versicherte das Kombimodell zur Absicherung seines BU-Risikos muss er sich mit den verschiedenen Sparkonzepten der Branche auseinandersetzen. Hierbei gilt zu beachten, dass nicht jeder Versicherer jedes Modell im Angebot hat. Alle Sparmodelle sind für sich genommen Leibrententarife. Der Versicherte hat bei Vertragsablauf ein Anrecht auf eine lebenslange Rentenzahlung und wettet in diesem Moment quasi gegen den Versicherer. Alternativ kann der Versicherungsnehmer (in der Schicht 3) auch die Auszahlung des Gesamtbetrags einfordern. Die verschiedenen Anlagemodelle unterscheiden Sich in Ihrem Chance-Risiko-Profil.

Konservativer Rententarif

Aktuell versprechen deutsche Versicherer eine Grundverzinsung von 1,75 Prozent bezogen auf den reinen Sparanteil nach Kosten. Darüber hinaus erwirtschaftete Erträge werden dem Vertrag des Versicherten in Form der Überschussbeteiligung gutgeschrieben. Diese Ertragskomponente ist hingegen nicht garantiert und kann im Laufe der Zeit schwanken! Aktuell liegt der Gesamtertrag im Branchendurchschnitt bei 3,6 Prozent.

Fondsgebundene Rententarife

Hierbei wird der Sparanteil in Investmentfonds investiert, die der Mandant bei Antragstellung aus einem möglichst großen Strauß wählen sollte. Dem Kunden stehen sehr viele Fonds ganz unterschiedlicher Chance-Risiko-Profile zur Verfügung. Fondstarife garantieren in Reinform keine Ablaufleistung oder Mindestrenten. Sie weisen dem Versicherten Jahr für Jahr neue Anteilsmengen aus, die in ihrem Wert naturgemäß schwanken. Diese Form des Sparens ist immer dann ungeeignet, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmter Betrag erreicht sein muss. Im Umkehrschluss ist diese Variante eine gute Alternative für junge Zahnärzte, die daran glauben, dass trotz aller Krisen und Niederschläge die Weltwirtschaft langfristig wachsen wird. Zudem sind Zeiten fallender Kurse für Kunden, die monatliche Beiträge aufwenden durchaus positiv, denn der Kunde erhält mehr Anteile für sein Geld. Moderne Fondspolicen bieten Ihren Kunden zudem die Möglichkeit, die einmal getroffene Fondsauswahl kostenfrei zu ändern. Je nach Titelauswahl und Marktentwicklung bieten Ihnen Fondstarife deutliche höhere Ertragschancen, aber eben auch Risiken.

Siehe auch:

Rendite-Dreieck Dax

Rendite-Dreieck Euro Stoxx 50

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1825568/Schreckgespenst-Aktie

Das Beste aus zwei Welten

Möchte man sowohl Ertragschancen, aber auch eine gewisse Sicherheit, bieten sich folgende Alternativen an. Die Branche entwickelt in diesem Segment regelmäßig neue Produktideen und Strategien. Jedoch funktionieren nicht alle Modelle wie gewünscht. Stellvertretend für diesen Bereich möchte ich zwei Ansätze kurz anreißen.

Vor einigen Jahren brachte der Branchenprimus Allianz das Konzept IndexSelect auf den Markt, welches den Bedürfnissen vieler Kunden sehr nahe kommt und auch mit einer Berufsunfähigkeitskomponente kombinierbar ist. Hierbei hat der Nutzer jährlich die Wahl, ob er seine jährlich gesammelten Sparbeiträge für 12 Monate einer festen Verzinsung unterwirft oder ob er auf die Entwicklung des Euro Stoxx 50 setzt. Der Versicherer beobachtet in diesem Fall das monatliche Verhalten des Vergleichsmaßstabs und notiert die Monatsergebnisse. Positive Phasen sind allerdings in Ihrer Wirkung gedeckelt, während negative Monate voll eingebucht werden. Am Ende der 12-Monats-Periode werden alle Werte zusammengezogen. Eine positive Performance wird dem Vertrag gutgeschrieben. Fällt die Rechnung negativ aus, stellt die Allianz eine glatte Null. Der Versicherer garantiert das eingezahlte Guthaben zum Vertragsablauf. Von positiven Marktphasen kann der Kunde profitieren.

Einen der konservativen Rente ähnelnden Ansatz verfolgen sogenannte With-Profits-Produkte. Die Kapitalanlage erfolgt in einem With-Profit-Fund, der darauf ausgelegt ist, einen Wertzuwachs zu erzielen und auf mittlere bis lange Sicht gewisse Garantien zu gewährleisten. Die Garantien (Grundverzinsung von bis zu 1,5 Prozent) sind unterschiedlich gestaltet, das Spektrum reicht von einer garantierten Rente zum Rentenbeginn bis zu einer Anteilspreisgarantie. Im Rahmen des With-Profit-Funds erfolgt eine Anlage in verschiedene Vermögenswerte wie z. B. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere etc. Die Wertentwicklung wird dabei bei den meisten Anbietern über die Laufzeit des Vertrags „geglättet“, d. h. die Volatilität (Höhen und Tiefen) der Märkte wird ausgeglichen. Aus diesem so genannten „Smoothing“-Prinzip resultieren eine laufende Überschussbeteiligung (auch laufender Bonus oder deklarierter Wertzuwachs genannt) und eine abschließende Überschussbeteiligung (auch Schlussbonus oder Fälligkeitsbonus genannt).

Kombimodell als Basis- oder Rürup-BU

Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit das Kombimodell als Altersvorsorge der Schicht 1 zu deklarieren und so die Jahresbeiträge zu aktuell 76 Prozent (2013) steuermindernd anzusetzen. Dieser Schachzug reduziert je nach Einkommenssituation den Nettoaufwand  für das Gesamtmodell. Im Gegenzug ist die Rente (auch die BU Rente) zu versteuern. Was für Assistenzzahnärzte noch wenig interessant sein dürfte, wird mit wachsendem Einkommen zunehmend spannender. Allerdings knüpft der Gesetzgeber an die Vergabe des Steuervorteils auch Bedingungen, die man kennen sollte: So wird der Sparanteil des Vertrages frühestens mit 62 zugänglich und steht Ihnen dann ausschließlich als Leibrente zur Verfügung. Der Hinterbliebenenanspruch kann nur dem Ehepartner und kindergeldberechtigte Kindern zufallen. Der Vertrag ist nicht zu beleihen, zu veräußern oder zu kündigen. Plant der Zahnarzt seine Zukunft im Ausland, ist die Nutzung dieses Modells ebenfalls unangebracht. Steht die Entscheidung noch aus sollten Tarife mit entsprechenden Wechseloptionen genutzt werden.

Antragstellung

Das BU-Risiko für Zahnmediziner steigt mit zunehmendem Alter. Gesundheitliche Beeinträchtigungen erschweren die Antragstellung allerdings bereits in jungen Jahren. Plagt Sie eine Erkrankung erkundigen Sie sich zunächst, zu welchen Konditionen Versicherer Sie annehmen würden. Hier sind Sie bei einem auf Ihre Berufsgruppe spezialisierten Versicherungsmakler an der richtigen Adresse. Dieser wird in der Regel Risikovoranfragen bei mehreren relevanten Gesellschaften einreichen und Ihnen dann alle Angebote präsentieren. Diesen Mehrwert kann Ihnen kein Tarifoptimierer im Netz bieten. Stehen die Zeichen schlecht, erkundigen Sie sich nach Rahmenverträgen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung. In jedem Fall die Thematik der Berufsunfähigkeitsabsicherung einer umfassenden Beratung. Bei Rückfragen zu diesem Thema kommen Sie bitte gern auf mich zu.

Sie erreichen mich via Mail an jschroeder@zsh.de.